Shelly Pro 4PM anschließen: Klemmen und Schaltplan
Vier Stromkreise, ein Gerät, drei Teilungseinheiten: Der Shelly Pro 4PM holt zusammen, wofür sonst vier einzelne Aktoren in vier Schalterdosen verteilt sitzen. Er schaltet je Kanal bis zu 16 A und misst dabei Spannung und Strom für jeden Kanal einzeln — man sieht also nicht nur, dass das Licht im Keller an ist, sondern auch, was es zieht.
An der Front sitzt ein Farbdisplay. Drei Tasten daneben führen durch ein kleines Menü, in dem Schaltzustand, Messwerte und Netzwerkdaten ablesbar sind, ohne dass man das Handy herausholt. Im Zählerschrank, in dem man ohnehin mit beiden Händen arbeitet, ist das der praktischere Weg.
Der zweite Unterschied zu den kleinen Shellys steckt an der Unterseite: eine RJ45-Buchse. Wo WLAN im Metallverteiler schwach ankommt, hängt der Pro 4PM am Kabel — die Messreihen reißen dann nicht ab, wenn jemand die Kellertür schließt.
Beim Anschließen hat er allerdings eine Eigenheit, die man besser vorher kennt: Der Außenleiter sitzt nicht am Rand, sondern mittig in der oberen Klemmenreihe — O4, O3, L, O2, O1. Darunter liegen LAN, N und die vier Schaltereingänge S1 bis S4. Wer das weiß, ist in fünf Minuten durch; wer es nicht weiß, sucht das L erst einmal dort, wo es bei fast jedem anderen Hutschienengerät wäre.
Arbeiten an der festen Elektroinstallation dürfen in Deutschland nur von einer eingetragenen Elektrofachkraft ausgeführt werden (§ 13 NAV). Vor allen Arbeiten freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern und Spannungsfreiheit feststellen. Dieser Artikel erklärt die Schaltung — die Ausführung gehört in Fachhände.
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Shelly Pro 4PM
Vierkanaliger Schaltaktor für die Hutschiene, der jeden Kanal einzeln misst. Sinnvoll, wenn im Verteiler ohnehin mehrere Stromkreise zusammenlaufen — für einen einzelnen Kreis ist ein Aktor in der Schalterdose die kleinere und billigere Lösung.
- 4 Kanäle
- 16 A je Kanal, 40 A gesamt
- Hutschiene, 3 TE
- WLAN, LAN, Bluetooth
- Messung je Kanal
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Was du brauchst, bevor du den Shelly Pro 4PM anschließen kannst
Der Shelly Pro 4PM ist ein Hutschienengerät und gehört in den Verteiler, nicht in die Dose. Er braucht dort 96 × 53 × 59 mm Platz, also drei Teilungseinheiten.

Neutralleiter ist Pflicht. Anders als der Dimmer 2 arbeitet der Pro 4PM nicht ohne N. Die Versorgung läuft über L und N mit 110 bis 240 V, der Eigenverbrauch liegt bei 4 W.
Leitungsquerschnitte. Die oberen Klemmen nehmen 1,5 bis 6 mm², die unteren 0,5 bis 2,5 mm². Abisoliert wird auf 6 bis 7 mm. Das Anzugsmoment ist unterschiedlich: 1,5 Nm oben, 0,4 Nm unten. Wer unten mit dem Moment der oberen Klemme anzieht, zerstört das Gewinde.
WLAN auf 2,4 GHz oder Kabel. Das Funkmodul arbeitet nach 802.11 b/g/n im Band 2400 bis 2495 MHz — 5 GHz kann das Gerät nicht. Dafür hat es als eines der wenigen Shellys eine RJ45-Buchse. Im Zählerschrank ist LAN meist die stabilere Wahl.
Werkzeug und Material für den Verteiler
Der Pro 4PM stellt zwei Anforderungen, die man vorher kennen sollte. Die Klemmen haben unterschiedliche Anzugsmomente, und die unteren nehmen nur Signalquerschnitte. Beides entscheidet, was auf den Tisch gehört.

- Zweipoliger Spannungsprüfer — kein Phasenprüfer-Schraubendreher. Spannungsfreiheit wird zweipolig festgestellt, sonst ist es geraten.
- VDE-Schraubendreher-Satz — isoliert bis 1000 V, für die Klemmen oben und unten.
- Abisolierzange — die Klemmen wollen 6 bis 7 mm blanken Leiter, nicht mehr und nicht weniger.
- NYM-J Mantelleitung — für die Ausgänge, Querschnitt nach Absicherung des jeweiligen Stromkreises.
- WAGO Verbindungsklemmen mit Hebel — für die Neutralleiter-Sammelstelle, wenn die Schiene im Verteiler voll ist.
Ein Drehmomentschraubendreher ist kein Muss, macht die 0,4 Nm an den unteren Klemmen aber reproduzierbar. Nach Gefühl zieht man dort erfahrungsgemäß zu fest.
Die Klemmenbelegung beim Shelly Pro 4PM
| Klemme | Reihe | Funktion |
|---|---|---|
| L | oben, Mitte | Außenleiter — versorgt das Gerät und speist die vier Relais |
| O1 bis O4 | oben, je zwei links und rechts von L | geschaltete Ausgänge der Kanäle 1 bis 4 |
| N | unten, neben LAN | Neutralleiter der Versorgung |
| S1 bis S4 | unten | Schalter- oder Tastereingänge der Kanäle 1 bis 4 |
| LAN | unten links | RJ45 für Netzwerkkabel |
Die Verbraucher hängen zwischen ihrem Ausgang und N: O1 zur Leuchte, von der Leuchte zurück auf die Neutralleiterschiene. Die Schaltereingänge S1 bis S4 werden gegen L geschaltet — der Schalter bekommt also L und gibt es auf seinen S-Eingang zurück.
Quelle der Klemmenbezeichnungen ist das Anschlussbild aus der Shelly Knowledge Base zum Pro 4PM V2, abgerufen am 30.08.2026.
16 A je Kanal — aber 40 A insgesamt
Das ist der Wert, den die meisten Produktbeschreibungen unterschlagen. Jeder der vier Kanäle schaltet bis zu 16 A bei 240 V. Vier Kanäle ergeben aber nicht 64 A: Das Gerät ist auf 40 A Summenstrom begrenzt.
Praktisch heißt das: Vier Stromkreise mit je 16 A Absicherung darf man anklemmen, aber nicht gleichzeitig voll belasten. Bei Beleuchtung ist das nie ein Thema. Bei vier Heizkreisen oder Motoren schon — dort rechnet man die Summe vorher aus, statt sie im Betrieb zu entdecken.
Induktive Lasten wie LED-Treiber, Transformatoren, Lüfter oder Kühlgeräte sollen laut Hersteller über einen RC-Snubber angeschlossen werden. Der Grund ist die Abschaltspannungsspitze, die dem Relaiskontakt sonst mit der Zeit zusetzt.
V1 oder V2 — der Unterschied sitzt an den Klemmen
Die zweite Version trägt die Modellnummer SPSW-104PE16EU, die erste SPSW-004PE16EU. Sichtbar unterscheiden sie sich vor allem an der oberen Reihe: Beim V1 waren es vier zweipolige Lastklemmen, beim V2 sind es fünf einzelne Schraubklemmen. Deshalb liegt beim V2 das L in der Mitte — es ist eine eigene Klemme geworden.
Wer eine ältere Anleitung oder ein Video von 2021 neben einem V2 liegen hat, sucht die Klemmen an der falschen Stelle. Ein Blick auf die Modellnummer am Gehäuse klärt es in zwei Sekunden.
Kann der Shelly Pro 4PM drei Phasen schalten?
Er ist ein einphasiges Gerät. Alle vier Relais werden intern aus derselben L-Klemme gespeist, es gibt keine getrennten Einspeisungen je Kanal. Vier Stromkreise auf drei verschiedenen Phasen lassen sich damit nicht schalten.
Wer drei Phasen schalten will, braucht den Shelly Pro 3 mit potentialfreien Kontakten. Wer drei Phasen nur messen will, ist beim Shelly Pro 3EM richtig — der schaltet nichts, misst dafür alle drei Phasen einzeln.
Die Fehler, die im Verteiler am häufigsten passieren
Das L an der falschen Klemme. Der häufigste Fehler beim V2, und er kommt aus der Gewohnheit: Bei den meisten Hutschienengeräten liegt die Einspeisung außen. Hier liegt sie mittig zwischen O3 und O2.
Anzugsmoment verwechselt. Oben 1,5 Nm, unten 0,4 Nm. Die unteren Klemmen sind für Signalleitungen gebaut, nicht für Lastquerschnitte.
Taster als Schalter konfiguriert. Der Pro 4PM muss je Kanal wissen, ob an S1 bis S4 ein Taster oder ein Schalter sitzt. Steht die Einstellung falsch, kippt der Zustand nach jedem Spannungsausfall — die Leuchte geht an, obwohl niemand geschaltet hat.
LAN im laufenden Betrieb gesteckt. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, das Netzwerkkabel nur im spannungsfreien Zustand zu stecken oder zu ziehen.
Häufige Fragen zum Shelly Pro 4PM
Was bedeutet PM bei Shelly? PM steht für Power Metering, also Leistungsmessung. Ein Gerät mit PM im Namen schaltet nicht nur, es misst auch Spannung und Strom mit — der Pro 4PM je Kanal einzeln.
Was ist der Unterschied zwischen EM und PM? Ein PM-Gerät misst, was durch seine eigenen Relais fließt. Ein EM-Gerät misst über Stromwandler, was in einer Leitung fließt, ohne selbst zu schalten. Deshalb sitzt ein 3EM am Hausanschluss und ein 4PM an vier Stromkreisen.
Braucht der Pro 4PM die Cloud? Nein. Er bringt eine eigene Weboberfläche mit, die über die IP-Adresse im Browser erreichbar ist. Cloud und App sind für den Zugriff von unterwegs da, nicht für den Betrieb.
Wenn vier Kanäle zu viel sind
Der Shelly Pro 4PM lohnt sich, wenn im Verteiler wirklich vier Stromkreise zusammenkommen. Für zwei Kreise ist der Pro 2PM die günstigere Wahl, für Rollläden der Shelly Plus 2PM direkt in der Dose. Und wer nur eine einzelne Leuchte schalten will, braucht kein Hutschienengerät, sondern einen Aktor hinter dem vorhandenen Lichtschalter.
Wie die Geräte zusammenhängen und welches Kürzel wofür steht, steht im Überblick wie Shelly funktioniert.
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